Willkommen im Jubilaeums-Semester!!!
Wir AG-Menschen haben wie immer geplant, organisiert und gearbeitet bis in die juengste Vergangenheit, und sind der Meinung, das Programm zum 30semestrigen Jubilaeum der Ringvorlesung kann sich mehr als sehen lassen.
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Jawohl, seit 15 Jahren bereichern wir nun schon die Vortrags-und Veranstaltungslandschaft der Universitaet und ueberhaupt ganz Hamburgs, verque(e)ren, referieren und diskutieren, sind herzensgerne das perverse Aushaengeschild dieser Uni, und fuehlen uns auch noch gut dabei! Und ein ganz klein bisschen stolz darauf sind wir dann ja doch, zugegeben. Wobei wir es auch an dieser Stelle nicht versaeumen wollen, allen bisher in der AG taetig Gewesenen unseren ganzen Dank auszusprechen. Ohne Euch und Eure unermuedliche Arbeit koennten wir diese wunderbare Vortragsreihe jetzt nicht fortfuehren. Vielen Herzlichen Dank dafuer!!!
Auch in diesem Semester werden wir die im letzten Winter erstmals verwirklichte Idee, einige der Vortraege unter einer thematischen Ueberschrift zu buendeln, fortfuehren. Der Schwerpunkt ist dieses Mal: postcolonial und queer. Durch einige von uns in den letzten Jahren besuchte Tagungen und Seminare und durch Auseinandersetzungen um kritische Weissseins-Forschung, ausgrenzende Praxen und Theorie-Konzepte von queer politics und queer theory, haben wir uns entschlossen, diesen Focus zu waehlen. Und in Zeiten, in denen die Siegessaeule gegen tuerkische Deutsche wettert, ob ihrer angeblichen und vermeintlich 'besonders schlimmen', 'kulturell bedingten' Homophobie, und Jan Feddersen in der taz die Rechte von migrantischstaemmigen Deutschen und LesBiSchwulen/queeren Minderheiten gegeneinander auszuspielen versucht, scheint das In den Mittelpunkt-Ruecken solcher Topoi mehr als ueberfaellig. Eine weitere zentrale Frage, die uns auch ganz persoenlich umtreibt, war dabei sicher die nach unserem eigenen Umgang mit dem Thema, der persoenlichen Verantwortung als 'Weisse', aus der Mittelschicht stammende Mehrheitsdeutsche, sowie die Frage nach dem Zugangs-Moeglichkeiten Ethnisierter und Rassialisierter zu Ressourcen und universitaeren Karrieren. Welche Zusammenhaenge gibt es zwischen queeren Alltagspraxen und wie wird mit der von vielen ethnisierten queers of color geaeusserten Kritik, dass Weiss-Sein fuer viele queere Bewegungen eher eine marginale, wenn ueberhaupt eine Rolle spielt, in weiss dominierten queeren Zusammenhaengen umgegangen? Wer kann sich in welchen Raeumen warum wohl fuehlen, wer ist ueberhaupt wie wo sichtbar und kann sprechen oder sich Gehoer verschaffen? Welche Verbindung besteht zwischen Sexualitaet und postkolonialen Lebensentwuerfen?
Wir freuen uns sehr, dass Maria do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan, die Autorinnen der ersten auf Deutsch erschienen kritischen Einfuehrung in Postkoloniale Theorien, bei uns zum Thema postcolonial gendering und Trans-Phobie sprechen werden. Roxana Reyes-Rivas und Christina Schramm werden am Montag, dem 10.4., zu feministischen Buendnissen und Kaempfen auf Costa Rica referieren, und Stephan Meyer wird der Frage der Anerkennung von queeren Lebens-Entwuerfen in Suedafrika nachgehen. Stefanie Michels wiederum wird sich mit der Figur des schwarzen deutschen Kolonialsoldaten auseinandersetzen. Zwei Vortraege werden dabei auch explizit kulturwissenschaftliche Perspektiven zum Thema haben. Alexandra Gansers Vortrag wird sich mit der Verqueerung von kulturellen Stereotypen in der US-amerikanischen Literatur beschaeftigen, und Anna Babka wird versuchen, ueber eine Auseinandersetzung mit dem Begriff des 'Kulturell Anderen' neue Zugaenge zu Literaturwissenschaft aufzuzeigen. Neben diesen sechs Vortraegen unseres Semesterschwerpunktes bietet die Vortragsreihe auch dieses Mal wieder ein breites Themenspektrum und viele interessante Referent/__/Innen, mit denen wir hoffentlich nach getaner Arbeit in entspannter Kneipenatmosphaere weiterdiskutieren werden.
Eine erfreuliche Kooperation haben wir auch im Programm: Der am 12. April stattfindende Vortrag wird aus einem ganz besonderen Grund, naemlich anlaesslich der Eroeffnung des von Dr. Antke Engel initiierten 'Institut fuer Queer Theory', im Hoersaal B des Hauptgebaeudes der Universitaet stattfinden. Naehere Informationen und weitere Veranstaltungen in Verbindung mit der Eroeffnung koennen unter
http://www.queer-institut.de/ gefunden werden.
Zum Abschluss des Semesters werden wir dann am 12. Juli die grosse Jubilaeumsparty der Vortragsreihe praesentieren, die wir uns freuen, im buttclub in der Hafenstrasse mit Ihnen und Euch und allen Freund/__/Innen, Wahl- und Anverwandten feiern zu duerfen. Das Programm des Abends wird sicherlich die eine oder andere kulturelle Wunderbarkeit und Ueberraschung beinhalten. Doch mehr wollen wir hier auch noch gar nicht verraten.
Die AG Queer Studies heisst euch alle herzlich Willkommen und wuenscht euch viel Spass im neuen Semester.
ag queer studies | 27.03.06
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