Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt
NICHT DER HOMOSEXUELLE IST PERVERS, SONDERN DIE SITUATION, IN DER ER LEBT
DE 1971, Rosa von Praunheim, 67 Min., Mit Bernd Feuerhelm, Beryt Bohlen, Ernst Kuchling
TICKETS können an der Kasse oder online erworben werden: https://www.metropoliskino.de
In Gedenken an Rosa von Praunheim und in Kooperation mit HIQFF (Hamburg International Queer Film Festival)
Ronald Behm (HIQFF) wird vor dem Film eine Einführung geben und auf Wunsch ein Nachgespräch anbieten.
Rosa von Praunheims radikales Manifest über schwule Kultur und Politik löste Anfang der 1970er-Jahre die Aktivismusbewegung in Deutschland nach Stonewall aus und hat seitdem die Vorstellung queerer Befreiung weltweit neu geprägt. Der Film erzählt die Geschichte des jungen Mannes Daniel, der nach Westberlin zieht, um in das schwule Leben einzutauchen. Doch bald erkennt er, dass jede neue Selbstinszenierung nur eine weitere Anpassung an eine toxische, heteronormative Struktur darstellt. Hinter dieser Handlung steckt Praunheims scharfsinnige Auseinandersetzung mit Themen wie Antikapitalismus, Anti-Identitarismus und der Frage nach der wahren Bedeutung queerer Solidarität. Bekannt für seinen rohen, improvisierten Stil und sein niedriges Budget, spiegelt die Ästhetik und politische Haltung des Films wider.
Praunheims Kritik richtet sich dabei nicht gegen außenstehende Unterdrücker, sondern gegen die eigene Community. Die Situation, in der der Homosexuelle lebt, ist hausgemacht: das ist eine der Thesen des Films. Verwirrung, Empörung, Bestürzung in der eigenen Szene war die Folge, aber auch Bewegung, Aktion, coming out und Solidarität.
Die Aufführung des Films im deutschen Fernsehen wurde zum Skandal. Der WDR, der den Film in Auftrag gegeben hatte, war der einzige Sender, der den Film ausstrahlte. Die vorgesehene parallele Aufführung beim ARD wurde kurzfristig abgesagt. Die ARD strahlte den Film ein Jahr später aus, Bayern schaltete sich daraufhin aus dem Programm aus.
Der Film feierte vorher 1971 auf der Berlinale Premiere und löste hitzige Diskussionen aus. Noch im selben Jahr entstanden Initiativen wie die HAW (Homosexuellen Aktion Westberlin) oder RotZSchwul (Rote Zelle Schwul). Zwischen 1971 und 1973 gründeten sich über 70 Gruppen, die fast alle auf den Film zurückgingen – der Start der modernen Lesben- und Schwulenbewegung in Deutschland.
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